Utopia 3.0 - Emotionales Tanztheater

Steckbrief

Sparten
Theater & Spiel, Musik, Tanz, Rhythmik

Schulart
Gemeinschaftsschule

Klassenstufe
Acht und Neun

Projektort
Konstanz

Regierungsbezirk
Freiburg

Projektzeitraum
Schuljahr 2017/2018

Projektstatus
Das Projekt ist beendet

Kontakt
Gemeinschaftsschule Gebhard Konstanz
Zähringerplatz 1
78464 Konstanz
rektorat@gebhard.konstanz.de

Themen
Kulturagenten, Künstlerbegegnung

Projektbeschreibung

Wie geht es mir und der Welt? Das war eine der vielen großen Fragen, mit deren Beantwortung sich 20 Schüler*innen der Gemeinschaftsschule Gebhard in Konstanz beim Tanztheaterprojekt „Utopia 3.0“ über ein Schuljahr hinweg auseinandergesetzt haben.


Gemeinsam mit Theaterpädagogin Tanja Jäckel vom Stadttheater Konstanz und Tänzer Marvin Muhongo von „Dance4You!“ erarbeiteten sie eine Collage aus berührenden Worten, Szenen und Tanzchoreographien, die am 28. und 30. April 2018 auch öffentlich in der Aula der Schule aufgeführt wurden. Dabei kamen die Szenen mitten aus dem Leben der Jugendlichen, die die Klassenstufe Acht und Neun besuchen. So stellten die Lernenden zum Beispiel in einer Szene eindrücklich dar, wie einsam die suchtartige Nutzung des Smartphones machen kann: Drei Mädchen laden zur Übernachtungsparty ein, aber erst, als nach zähem Ringen für eine Stunde alle ihre Mobiltelefone abgegeben haben, kommen zwischen den Partygästen echte Gespräche in Gang. Ein weiteres Thema war der Leistungsdruck, unter dem junge Menschen stehen, prägnant zusammengefasst in dem Satz: „Warum müssen wir immer perfekt sein?“. Dazu formierte sich die Gruppe auf den Stufen der Schulaula mit Zetteln in der Hand, auf denen Diagnosen wie Lernschwäche und das jeweilige passende Hilfsangebot notiert waren. Lediglich auf einem Zettel stand „Perfekt!“, was im Publikum für Lacher sorgte, aber auch nachdenklich stimmte. Passend zum Thema „Utopia“ wurde auch die Frage gestellt: „Warum fühlt sich meine Zukunft nicht hoffnungsvoll an?“. Alle Schüler*innen des Projekts trugen dabei ganz persönliche Ängste und Befürchtungen vor, mit denen sie sich beschäftigen und erklärten dem Publikum, dass man im Internet unter dem Suchbegriff „Ängste“ deutlich mehr Treffer erzielt als unter dem Begriff „Freude“.


Was aber bereitet den Jugendlichen ganz konkret Freude? Auch hier waren die Antworten sehr individuell: „Wenn mein Vater beim Rasenmähen um die Gänseblümchen und den Löwenzahn herummäht“ war da zu hören, aber auch „Zeit mit der Familie haben“ oder „Wenn ich beim Hundertmeterlauf als Erster durch‘s Ziel laufe“. Am Schluss der Performance sangen die Schüler*innen gemeinsam Adel Tawils Lied „Ist da jemand?“ und brachten noch einmal auf den Punkt, worum es bei „Utopia 3.0“ ging: Bei aller Reflektion und Informiertheit brauchen junge Menschen Halt, um sich nicht einsam fühlen zu müssen.



Kosten und Finanzierung

Das Projekt fand im Rahmen des Programms "Kulturagenten für kreative Schulen Baden-Württemberg" statt und wurde darüber finanziert.