HoGy - mehr Kultur - Gedächtnis in Stein

Steckbrief

Sparten
Bildende Kunst, Politik & Geschichte

Schulart
Gymnasium

Klassenstufe
Neun

Projektort
Göppingen

Regierungsbezirk
Stuttgart

Projektzeitraum
Schuljahr 2017/2018

Projektstatus
Das Projekt ist beendet

Kontakt
Hohenstaufen-Gymnasium
Hohenstaufenstr. 39
73033 Göppingen
schulleitung@hogy-gp.de

Themen
Kulturagenten, Künstlerbegegnung

Projektbeschreibung

Wie ein engagierter Pädagoge und eine Gruppe Schüler*innen ganz aktiv und erfolgreich zur Erinnerungskultur beitragen können, zeigt das Skulpturenprojekt der Klasse Neun am Hohenstaufen-Gymnasium in Göppingen. Geschichtslehrer Dr. Jonas Takors fand das Thema des Projekts, als ihm auffiel, dass am Volkstrauertag zwar der Gefallenen der Weltkriege gedacht wurde, den Gräbern der in Göppingen bestatteten Zwangsarbeiter aber kaum jemand Beachtung schenkte.


So wurde die Idee einer Steinskulptur geboren, die an die Menschen erinnern sollte, die im Krieg misshandelt und ausgebeutet worden waren. Nach einer intensiven Phase der Öffentlichkeitsarbeit, bei der unter anderem neun Schüler*innen in mehreren Ausschüssen des Gemeinderats für die Umsetzung des Projekts geworben hatten, ging es mit Unterstützung des Stuttgarter Künstlers Uli Gsell an die kreative Arbeit.


An drei Projekttagen wurde zunächst das Thema umrissen, es wurden Entwürfe in Gips und Beton gefertigt und Schrift und Gestaltung festgelegt. Daran schloss sich der Entschalungstermin der ungefähr 40 mal 90 mal 50 Zentimeter großen, 400 Kilogramm schweren, gegossenen, tafelartigen Betonskulptur an. Darauf sind teils erhabene, teils eingesenkte, assoziative Worte zum Thema in Deutsch, Russisch und Polnisch angebracht, teilweise gefunden mit Unterstützung von Schulkolleg*innen des Russischzugs und passend zu den Herkunftsländern der verstorbenen Zwangsarbeiter*innen. Die fertige Skulptur fand ihren Platz auf dem Friedhof, direkt vor dem Gräberfeld der 67 Verstorbenen.


Göppingens Erste Bürgermeisterin Almut Cobet fasste bei der feierlichen öffentlichen Einweihung zusammen, was die Skulptur zum Ausdruck bringen soll: „Kein Entkommen, Gefangen, Heimweh – aber auch Worte des Appells an das Erinnern.“ So machte das Kunstprojekt am Ende für alle Beteiligten Geschichte erlebbar und begreifbar.



Kosten und Finanzierung

Das Projekt fand im Rahmen des Programms "Kulturagenten für kreative Schulen Baden-Württemberg" statt und wurde darüber finanziert.